Ich gehe gerne mit der ubit ins Museum. Unter dem Titel „Zukunft der Unternehmensberatung“ ist dies einerseits eine Gelegenheit, Einblicke in die kaufmännischen Aspekte einer Kultureinrichtung zu erhalten. Andererseits tut es gut, die ausgestellten Kunstwerke unter dem Aspekt der Unternehmensberatung wirken zu lassen.
In der Ausstellung „Wien 1900“ im Leopold Museum konnte ich nicht umhin, die gesellschaftspolitischen Aspekte einst und heute zu vergleichen.
Die Jahrhundertwende war eine Zeit der Unsicherheit und Veränderungen, was u.a. neues Design und neuen Ausdruck in der Kunst hervorgebracht hat. Wirklich durchgesetzt hat sich das aber durch eine andere Veränderung: Die Industrialisierung sowie ausländische Investitionen in große Infrastrukturprojekte hat einige Menschen sehr reich, einflussreich und selbstbewusst gemacht.
Die Bourgeoisie hatte nicht mehr das Bedürfnis, der alten Aristokratie nachzueifern. Vielmehr wollte man ein eigenes Klassenbewusstsein in eigener Form darstellen und sich damit von alten Wertigkeiten distanzieren.
Wer es sich leisten konnte, beauftragte in Wien eine Villa bei Josef Hoffmann, ein Porträt der Dame des Hauses von Gustav Klimt und die gesamte Einrichtung bei der Wiener Werkstätte. Diesem, durch den „Geldadel“ definierten Geschmack, eiferte das aufkommende Bürgertum nach; der so entstandene Jugendstil prägte eine ganze Generation. Heute sehen wir darin gefällige Ästhetik, damals waren das vielleicht Zeichen eines Umsturzes. Damals waren viele Kriegstreiber am Werk, was in den Katastrophen des ersten Weltkriegs endete.
Gibt es Parallelen zu heute?
Wir leben wieder in Zeiten des Umbruchs; Altbewährtes bricht weg und Neues bzw. gangbare Alternativen sind vielerorts nicht auszumachen. Wieder geht es um neuen Technologien die Menschen verunsichern. Und es gibt Menschen, gerade hinter AI, die damit sehr viel Geld und Einfluss gewinnen. Diese Menschen drücken ihre Macht nicht durch die Mittel der Kunst aus. Sie drücken ihren Allmachtsanspruch, ihre Bereitschaft die ganze Welt zu verändern und/ oder zu manipulieren durch die Verbreitung und den Einsatz neuer Technologien aus; durch politische Einflussnahme, durch Unterstützung ideologischer Strömungen (z.B. Sam Bankman-Fried und die Bewertung von Leben als „Effektiver Altruismus“) etc. Insgesamt zielt alles auf die Untergrabung der alten Ordnung und „alter“ demokratischer Werte ab. Die Kriegstreiber sind am Werk, weltweit wird aufgerüstet. Das Schreckgespenst das sich abzeichnet ist, dass das vermeintlich „Neue“ nur bereits bekannte, schreckliche, alte Systeme sein werden und nichts, das man dereinst als „goldene Ära“ bezeichnen wird.
Hierzu gibt es Alternativen: Europa in jeder Form zu stärken. Sie fragen sich wie? Sprechen wir darüber. AnnA wirkt berät und unterstützt Sie.
Fotocredit: Katharina Wocelka / WKO
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